Die Vorteile von getreidefreiem Hundefutter – Was steckt wirklich dahinter? - Howly Bowly

Die Vorteile von getreidefreiem Hundefutter – Was steckt wirklich dahinter?

24. März 2025

Wenn du dich mit der Ernährung deines Hundes beschäftigst, bist du sicherlich schon auf das Thema getreidefreies Hundefutter gestoßen. Viele Hersteller und Hundebesitzer schwören darauf und betonen die zahlreichen Vorteile. Doch ist getreidefreies Futter wirklich gesünder für deinen Vierbeiner? Oder handelt es sich nur um einen Trend, der mehr verspricht, als er halten kann?

In diesem Beitrag schauen wir uns nicht nur die möglichen Vorteile von getreidefreiem Hundefutter an, sondern beleuchten auch die Nachteile und Alternativen. Schließlich geht es darum, die beste Entscheidung für die Gesundheit deines Hundes zu treffen – basierend auf Fakten und nicht auf Marketingversprechen.

Besonders der Faktencheck wird dir helfen, Mythen von wissenschaftlich belegten Erkenntnissen zu unterscheiden. Denn nicht jeder Hund hat automatisch Probleme mit Getreide, und in manchen Fällen kann eine getreidefreie Ernährung sogar Nachteile mit sich bringen. Lass uns gemeinsam herausfinden, ob getreidefreies Futter die beste Wahl für deinen Hund ist oder ob es vielleicht bessere Alternativen gibt.

Nachteile von getreidefreiem Hundefutter

Höherer Preis und Marketingstrategien

Ein deutlicher Nachteil von getreidefreiem Hundefutter ist der oft höhere Preis. Viele Marken nutzen den aktuellen Trend und vermarkten ihr Futter als besonders hochwertig und gesund – entsprechend steigen auch die Preise. Dabei sind die Zutaten oftmals nicht teurer in der Produktion als herkömmliches Hundefutter mit Getreide. Du zahlst also nicht nur für die Inhaltsstoffe, sondern auch für das Image des Produkts.

Ernährungsphysiologische Nachteile

Getreidefreie Futtersorten ersetzen Weizen, Mais oder Reis oft durch Kartoffeln, Erbsen oder Hülsenfrüchte. Diese Alternativen enthalten zwar keine klassischen Getreideproteine, sind aber nicht immer die bessere Wahl.

Höherer Kohlenhydratanteil: Viele getreidefreie Futtersorten enthalten genauso viele oder sogar mehr Kohlenhydrate als herkömmliches Futter. Dein Hund benötigt aber hauptsächlich tierisches Eiweiß und Fette für eine gesunde Ernährung.

Ungeeignete Proteinquellen: Einige getreidefreie Futtersorten setzen auf pflanzliches Eiweiß aus Erbsen oder Linsen, das für Hunde nicht so hochwertig und verwertbar ist wie tierisches Eiweiß. Das kann langfristig zu Mangelerscheinungen führen.

Mögliche gesundheitliche Risiken

In den letzten Jahren gab es immer wieder Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen getreidefreier Ernährung und einer Herzkrankheit namens dilatative Kardiomyopathie (DCM) aufgezeigt haben. Besonders in den USA hat die FDA (Food and Drug Administration) untersucht, ob gewisse Inhaltsstoffe in getreidefreiem Hundefutter das Risiko für diese Erkrankung erhöhen.

Zudem kann der hohe Anteil an Erbsen oder Kartoffeln für empfindliche Hunde schwer verdaulich sein und Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Durchfall begünstigen.

Alternativen zu getreidefreiem Hundefutter

Hochwertiges Hundefutter mit Getreide

Wenn dein Hund keine nachgewiesene Unverträglichkeit gegen Getreide hat, kann ein hochwertiges Hundefutter mit Getreide eine gute Alternative sein. Getreide wie Reis, Hafer oder Dinkel sind leicht verdaulich und liefern wertvolle Nährstoffe.

Vorteile:
– Vollkorngetreide kann eine gute Ballaststoffquelle sein und die Verdauung unterstützen.
– Getreide liefert Energie in Form von komplexen Kohlenhydraten.
– Oft günstiger als getreidefreies Futter ohne Qualitätsverlust.

Wichtig ist allerdings, auf die gesamte Zusammensetzung des Futters zu achten. Ein hoher Fleischanteil und eine klare Deklaration der Zutaten sind entscheidend für eine gesunde Hundeernährung.

BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter

Für Hundebesitzer, die die volle Kontrolle über die Ernährung ihres Vierbeiners haben möchten, kann BARF eine gute Option sein. Bei dieser Fütterungsmethode besteht die Hauptnahrung aus rohem Fleisch, Innereien, Knochen sowie Obst und Gemüse.

Vorteile:
– Du bestimmst selbst die Qualität und Herkunft der Zutaten.
– Keine versteckten Füllstoffe oder Konservierungsstoffe.
– Individuelle Anpassung an die Bedürfnisse deines Hundes möglich.

Nachteile:
– Erfordert viel Wissen über Nährstoffbedarf und richtige Zusammensetzung.
– Höherer Zeit- und Kostenaufwand.

Solltest du dich für BARF interessieren, empfiehlt es sich, dich gründlich zu informieren oder einen Tierernährungsberater hinzuzuziehen.

Selbstgekochtes Hundefutter

Ähnlich wie BARF bietet auch selbstgekochtes Hundefutter eine große Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Gekochtes Fleisch kombiniert mit Gemüse, gesunden Fetten und ggf. einer kleinen Menge an Getreide kann eine gute, ausgewogene Alternative sein.

Vorteile:
– Frische und natürliche Zutaten.
– Hohe Akzeptanz bei empfindlichen Hunden.
– Keine künstlichen Zusatzstoffe.

Nachteile:
– Erfordert eine genaue Nährstoffberechnung, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
– Höherer Zeitaufwand durch das Kochen und Portionieren.

Ist getreidefreies Hundefutter wirklich gesünder? Ein Faktencheck

Getreide als Allergen – Mythos oder Realität?

Ein weit verbreitetes Argument für getreidefreies Hundefutter ist, dass Getreide angeblich eine häufige Ursache für Allergien bei Hunden sei. Doch wissenschaftliche Studien zeigen, dass Futtermittelallergien bei Hunden meist durch tierische Proteine wie Rind oder Huhn ausgelöst werden, nicht durch Getreide.

Fakt: Nur ein sehr kleiner Prozentsatz aller Hunde leidet tatsächlich unter einer Getreideunverträglichkeit. Bevor du also auf getreidefreies Futter umstellst, solltest du durch einen Allergietest oder eine Ausschlussdiät prüfen, ob dein Hund wirklich Getreide nicht verträgt.

Getreidefreie Rezepturen – Besser für die Verdauung?

Ein weiteres Argument ist, dass Hunde Getreide nicht gut verdauen könnten. Tatsächlich haben sich Hunde über Jahrtausende an eine Mischkost angepasst und sind in der Lage, gekochtes Getreide gut zu verwerten.

Fakt: Gut aufgeschlossenes Getreide wie Reis, Hafer oder Dinkel kann eine sinnvolle Energiequelle sein und die Verdauung unterstützen. Viele getreidefreie Alternativen wie Erbsen oder Kartoffeln sind für empfindliche Hunde oft schwerer verdaulich.

Herzkrankheiten durch getreidefreies Futter?

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler untersucht, ob eine getreidefreie Ernährung das Risiko für dilatative Kardiomyopathie (DCM), eine Herzkrankheit bei Hunden, erhöhen könnte. Dabei wurde festgestellt, dass einige getreidefreie Futtersorten häufig Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen enthalten, die möglicherweise mit dieser Erkrankung in Verbindung stehen.

Fakt: Die Forschung zu diesem Thema ist noch nicht abgeschlossen, aber erste Hinweise zeigen, dass getreidefreies Futter nicht automatisch gesünder ist – und in manchen Fällen sogar eine Gefahr für die Herzgesundheit deines Hundes darstellen könnte.

 

Fazit: Ist getreidefreies Hundefutter wirklich die beste Wahl?

Getreidefreies Hundefutter wird oft als besonders gesund und artgerecht beworben. Doch wie unser Faktencheck gezeigt hat, ist es nicht automatisch die bessere Wahl für jeden Hund. Es gibt zwar einige Vorteile, aber auch einige Nachteile, die du beachten solltest.

Zusammenfassend gilt:
– Nachteile: Getreidefreies Futter ist häufig teurer, ersetzt Getreide oft durch schwer verdauliche Alternativen wie Hülsenfrüchte und kann in manchen Fällen mit Herzkrankheiten in Verbindung stehen.
– Alternativen: Hochwertiges Hundefutter mit bekömmlichem Getreide, BARF oder selbstgekochtes Futter können ebenso gesunde Optionen sein. Es kommt darauf an, was dein Hund individuell gut verträgt.
– Faktencheck: Getreide ist nicht automatisch schlecht – nur wenige Hunde haben tatsächlich eine Unverträglichkeit dagegen. Wissenschaftlich gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass getreidefreies Futter generell gesünder ist.

Letztendlich hängt die richtige Wahl vom individuellen Bedarf deines Hundes ab. Statt blind einem Trend zu folgen, solltest du die Zutatenliste genau prüfen und schauen, welche Fütterungsweise für deinen Hund am besten passt. Wichtig ist eine ausgewogene Zusammensetzung mit hochwertigem Eiweiß, gesunden Fetten und allen notwendigen Nährstoffen – ob mit oder ohne Getreide.

Achte also weniger auf Marketingversprechen und mehr auf die tatsächliche Qualität des Futters. Dein Hund wird es dir mit Gesundheit und Vitalität danken!

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