- Am Anfang jeder Futterumstellung steht die klare Analyse der Symptome, der bisherigen Fütterung und ggf. die tierärztliche Abklärung bei starken Beschwerden.
- Mit einem Futterkonfigurator berechnest du den individuellen Energiebedarf deines Hundes und leitest daraus eine passende Tagesportion für das neue Futter ab.
- Schockgefrostetes Futter muss konstant bei mindestens -18 °C gelagert, beschriftet und getrennt von Lebensmitteln aufbewahrt werden, um Nährstoffe und Verträglichkeit zu sichern.
- Die eigentliche Umstellung erfolgt langsam über 7–10 Tage mit einem Mischplan (25/75 → 50/50 → 75/25 → 100 % neu) und ggf. kleineren, häufigeren Mahlzeiten für sensible Hunde.
- Aufgetaut wird das Futter immer im Kühlschrank, maximal 2–3 Tage aufbewahrt, nicht wieder eingefroren und mithilfe einer täglichen Checkliste zu Kot, Haut, Verhalten und Snacks kontrolliert.
Dein Hund kratzt sich, der Output ist… sagen wir: „kreativ“, oder der Bauch gluckert nach jeder Mahlzeit? Willkommen im Club der Futtersensibelchen. Wenn eine Futterumstellung ansteht, willst du vor allem eins: Sicherheit. Für deinen Hund – und für deine Nerven.
Die gute Nachricht: Mit einem klaren Plan wird aus „Hilfe, was füttere ich jetzt?!“ ein machbarer Ablauf. In den nächsten Minuten bekommst du einen praxisnahen 5‑Schritte‑Plan, wie du bei einer Futterumstellung bei Futtermittelunverträglichkeit Hund Schritt für Schritt vorgehst – inklusive Lagerung, Auftauen, Portionen und einer täglichen Mini-Checkliste, damit du dranbleibst.
1) Klarheit schaffen: Was genau soll die Futterumstellung lösen?
Bevor du irgendwas mischst, bestellst oder auftauen lässt: Notiere kurz, warum du umstellst. Das hilft dir, Veränderungen später richtig einzuordnen (und nicht jeden kleinen Pups zu dramatisieren).
Starte mit diesen 3 Fragen:
- Welche Symptome siehst du? (z. B. Durchfall, Juckreiz, rote Ohren, Pfotenlecken, Erbrechen)
- Seit wann ist das so – und wie oft tritt es auf?
- Was frisst dein Hund aktuell (Marke/Sorte, Leckerlis, Kauartikel, Zusätze)?
Merksatz: Bei Unverträglichkeiten zählt nicht nur das Hauptfutter – auch Snacks, Kauzeug und „mal eben ein Stück Käse“ können die Umstellung sabotieren.
Wenn die Symptome stark sind (z. B. Blut im Kot, anhaltendes Erbrechen, deutliche Abgeschlagenheit): Bitte Tierarzt abklären, bevor du weiter experimentierst.
2) Vorbereitung: Portionen planen & den Futterkonfigurator nutzen
Jetzt wird’s angenehm praktisch. Du brauchst zwei Dinge: eine passende Auswahl an Futter und eine sinnvolle Tagesmenge.
Futterkonfigurator nach Energiebedarf des Hundes nutzen
Wenn du Futter für Hunde mit Unverträglichkeiten auswählst, ist „pi mal Daumen“ nicht dein bester Buddy. Nutze stattdessen einen Rechner/ Konfigurator, der Faktoren wie Gewicht, Alter, Aktivität und Besonderheiten berücksichtigt – z. B. den Konfigurator auf howly-bowly.de.
So gehst du vor:
- Gewicht, Alter und Aktivitätslevel eintragen.
- Unverträglichkeiten/Empfindlichkeiten berücksichtigen.
- Mahlzeiten auswählen, die dazu passen.
- Ergebnis (Tagesbedarf) notieren – das ist deine Basis für die Portionen.
Portionsgröße berechnen für meinen Hund (ohne Mathe-Kopfschmerz)
Du brauchst:
- den täglichen Energiebedarf deines Hundes (z. B. aus dem Konfigurator)
- den Kalorienwert des Futters (kcal pro 100 g; häufig ca. 100–150 kcal/100 g)
Formel:
Tagesmenge in g = (Tagesbedarf in kcal ÷ kcal pro 100 g) × 100
Beispiel:
Dein Hund braucht 600 kcal/Tag. Das Futter hat 120 kcal/100 g.
600 ÷ 120 = 5 → 5 × 100 g = 500 g pro Tag
Bei 2 Mahlzeiten: 2 × 250 g.
Wenn du unsicher bist: Starte lieber konservativ und beobachte Körpergewicht & Hunger über 1–2 Wochen. Feinjustieren ist normal.
3) Setup im Gefrierschrank: schockgefrostete Mahlzeiten richtig lagern
Schockgefrostetes Futter ist superpraktisch – wenn du die Kühlkette ernst nimmst. Sonst wird aus „sanfte Umstellung“ schnell „Bauch-Party“.
Deine Lager-Regeln (einmal einrichten, dann läuft’s)
- Ungeöffnete Portionen bei -18 °C oder kälter lagern.
- Möglichst konstant kalt halten: häufiges Tür-auf-Tür-zu vermeiden.
- Thermometer in den Gefrierschrank legen und 1× pro Woche checken.
- Getrennt von Human-Lebensmitteln lagern (eigene Box/Schublade ist ideal).
- Beschriften (Sorte + Datum), damit du den Überblick behältst.
Warum das wichtig ist: Schockfrostung hilft, Nährstoffe gut zu erhalten – aber nur, wenn die Lagerung passt. Mehr Details zur richtigen Lagerung & Kühlkette.
4) Die eigentliche Futterumstellung: 7–10 Tage, ganz entspannt
Hier kommt der Kern: langsam mischen, Darm schonen, Reaktionen beobachten. Das ist bei einer Futterumstellung bei Futtermittelunverträglichkeit Hund oft der Unterschied zwischen „läuft“ und „Chaos“.
Mischplan über 7–10 Tage
- Tage 1–3: 25 % neu + 75 % alt
- Tage 4–6: 50 % neu + 50 % alt
- Tage 7–10: 75 % neu + 25 % alt
- Danach: 100 % neu
Pro-Tipp bei empfindlichen Hunden:
Füttere kleinere Portionen öfter (z. B. 3 statt 2 Mahlzeiten), wenn dein Hund zu weichem Kot oder Übelkeit neigt.
Mini-Workflow: So machst du’s alltagstauglich
- Tagesration berechnen (siehe Schritt 2).
- Misch-Anteil bestimmen (z. B. Tag 2 = 25/75).
- Portionen für 2–3 Tage vorbereiten (im Kühlschrank lagern, siehe nächster Schritt).
- Jeden Tag kurz notieren: Kot, Haut, Verhalten.
Woran du merkst, dass du richtig liegst:
Kot wird stabiler, Kratzen lässt nach, dein Hund wirkt insgesamt „ruhiger“ im Bauch (weniger Gluckern, weniger Grasfressen).
5) Auftauen & Portionieren: sicher, sauber, stressfrei
Wenn du schockgefrostetes Futter nutzt, entscheidet das Auftauen über „alles gut“ oder „Magen sagt nein“.
So taust du richtig auf (beste Variante)
- Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.
- Verpackung entfernen, in ein auslaufsicheres Glas- oder Porzellangefäß legen.
- Locker abdecken (nicht luftdicht pressen, aber geschützt).
Wichtig:
- Aufgetautes Futter hält 2–3 Tage im Kühlschrank.
- Nie wieder einfrieren, wenn es einmal aufgetaut war.
Wie du Futter genau auftauen lässt, ohne Nährstoffe oder Nerven zu verlieren, erfährst du im vertiefenden Artikel.
Auftauwasser: ja oder nein?
Im Auftauwasser können Nährstoffe stecken. Wenn dein Hund es gut verträgt, kannst du es mit verfüttern. Wenn dein Hund schnell mit Durchfall reagiert: erst mal weglassen und später testen.
Vor dem Füttern
- Futter kurz stehen lassen, damit es nicht eiskalt in den Magen kommt.
- Reste luftdicht zurück in den Kühlschrank (max. 2–3 Tage).
Tägliche Checkliste: 2 Minuten für eine sichere Umstellung
Speicher dir das ab oder druck es aus. Wirklich – das rettet Tage.
- [ ] Passt das Futter zum Bedarf (Rechner/Konfigurator genutzt)?
- [ ] Gefrierschrank: ≤ -18 °C?
- [ ] Portion stimmt (Tagesmenge + Mischanteil)?
- [ ] Futter im Kühlschrank aufgetaut (nicht auf der Heizung, nicht in der Sonne)?
- [ ] Aufgetautes Futter ist max. 2–3 Tage im Kühlschrank?
- [ ] Reste luftdicht verpackt?
- [ ] Hund-Check: Kot, Haut, Verhalten heute unauffällig?
- [ ] Keine „Nebenbei“-Kalorien: Leckerlis/Kauartikel passen zur Umstellung?
Typische Hürden (und wie du sie easy löst)
„Ich hab keine Zeit für das ganze Handling“
Mach’s batchweise:
- Jeden zweiten Abend eine Portion für den nächsten Tag in den Kühlschrank legen.
- 2–3 Tage im Voraus auftauen (maximal innerhalb der Haltbarkeit).
„Mein Hund reagiert plötzlich doch mit Durchfall“
- Einen Schritt zurück im Mischplan (z. B. wieder 25/75 statt 50/50) für 2 Tage.
- Portionen kleiner, ggf. 3 Mahlzeiten/Tag.
- Wenn es länger anhält oder stark ist: tierärztlich abklären.
„Ich bin unsicher bei der Menge“
Orientiere dich an:
- Körpergewicht (1×/Woche wiegen)
- sichtbarer Taille/Rippengefühl
- Energielevel & Hunger
Regel: Änderungen immer klein: +/– 5–10 % der Tagesmenge, dann 7 Tage beobachten.
Fazit: Deine Futterumstellung in 5 Schritten – und dein nächster Move
Kurz zusammengefasst:
- Symptome & aktuelle Fütterung kurz notieren.
- Bedarf berechnen, passende Auswahl treffen, Portionen planen.
- Schockgefrostete Mahlzeiten sauber und konstant bei -18 °C lagern.
- Über 7–10 Tage langsam mischen (25/75 → 50/50 → 75/25 → 100).
- Im Kühlschrank auftauen, korrekt lagern, täglich kurz checken.
Wenn du jetzt loslegen willst: Mach heute nur Schritt 1 und 2. Schreib die Symptome auf, nutze einen Futterkonfigurator nach Energiebedarf des Hundes und rechne deine Tagesportion aus. Morgen richtest du den Gefrier- und Auftau-Workflow ein – und dann läuft die Umstellung Schritt für Schritt.
Du musst nicht perfekt starten. Du musst nur starten – und dann konsequent mini-korrigieren.
Häufige Fragen zum Thema
Woran erkenne ich, dass mein Hund eine Futterumstellung braucht?
Typische Anzeichen sind Durchfall, Erbrechen, starker Juckreiz, rote Ohren, Pfotenlecken, gluckernder Bauch oder auffälliger Kot. Notiere dir, seit wann und wie oft die Symptome auftreten und was dein Hund aktuell frisst (inklusive Leckerlis und „Snack vom Tisch“), um Zusammenhänge besser einordnen zu können. Bei starken Symptomen wie Blut im Kot, anhaltendem Erbrechen oder deutlicher Abgeschlagenheit solltest du zuerst zum Tierarzt.
Wie berechne ich die richtige Futtermenge für meinen Hund?
Du brauchst den täglichen Energiebedarf deines Hundes (z. B. aus einem Futterkonfigurator) und den Kalorienwert des Futters in kcal pro 100 g. Die Formel lautet: Tagesmenge in g = (Tagesbedarf in kcal ÷ kcal pro 100 g) × 100. Starte im Zweifel etwas konservativer und beobachte Gewicht, Figur und Hunger deines Hundes über 1–2 Wochen, um feinzujustieren.
Wie lange sollte eine Futterumstellung bei einem sensiblen Hund dauern und wie mische ich richtig?
Plane für die Umstellung etwa 7–10 Tage. Mische an Tagen 1–3 ca. 25 % neues mit 75 % altem Futter, an Tagen 4–6 je 50/50, an Tagen 7–10 75 % neu mit 25 % alt und füttere danach 100 % neu. Bei sehr empfindlichen Hunden kann es helfen, kleinere Portionen auf mehr Mahlzeiten zu verteilen.
Wie lagere ich schockgefrostetes Hundefutter richtig?
Lagere ungeöffnete Portionen bei -18 °C oder kälter und vermeide häufiges Türöffnen, damit die Temperatur möglichst konstant bleibt. Nutze idealerweise eine eigene Schublade oder Box getrennt von Lebensmitteln für Menschen und beschrifte die Packungen mit Sorte und Datum. Ein Gefrierschrank-Thermometer, das du etwa einmal pro Woche kontrollierst, hilft dir, die Temperatur im Blick zu behalten.
Wie taue ich schockgefrostetes Futter sicher auf und wie lange ist es haltbar?
Taue das Futter am besten über Nacht im Kühlschrank in einem auslaufsicheren Glas- oder Porzellangefäß auf und decke es locker ab. Aufgetautes Futter ist im Kühlschrank 2–3 Tage haltbar und sollte nicht erneut eingefroren werden. Vor dem Füttern kurz auf Zimmertemperatur kommen lassen, damit es nicht eiskalt in den Magen geht.
Soll ich das Auftauwasser mit verfüttern?
Im Auftauwasser können Nährstoffe enthalten sein, daher kannst du es grundsätzlich mit verfüttern, wenn dein Hund es gut verträgt. Reagiert er jedoch schnell mit Durchfall, lass das Auftauwasser zunächst weg und teste es erst später vorsichtig.
Was kann ich tun, wenn mein Hund während der Umstellung Durchfall bekommt?
Gehe im Mischplan einen Schritt zurück, zum Beispiel wieder von 50/50 auf 25 % neues und 75 % altes Futter für ein bis zwei Tage. Verteile die Tagesration auf kleinere, häufigere Mahlzeiten. Wenn der Durchfall stark ist, länger anhält oder dein Hund allgemein schlecht wirkt, sollte die Situation tierärztlich abgeklärt werden.
