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Pankreatitis beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

7. Februar 2025

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist eine ernsthafte Erkrankung, die bei Hunden sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Die Symptome sind oft unspezifisch, weshalb die Diagnose eine Herausforderung darstellt. Doch eine frühzeitige Behandlung kann das Risiko schwerwiegender Folgen verringern. In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen eine Pankreatitis haben kann, wie sie sich äußert und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.

Was ist eine Pankreatitis beim Hund?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein lebenswichtiges Organ, das zwei zentrale Aufgaben erfüllt:

  • Produktion von Verdauungsenzymen: Diese helfen dabei, Nährstoffe aus der Nahrung aufzuspalten.
  • Regulation des Blutzuckerspiegels: Das Pankreas produziert Insulin, das für die Zuckeraufnahme in die Zellen wichtig ist.

Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann es dazu kommen, dass sich das Organ selbst verdaut. Normalerweise gibt es Schutzmechanismen, die dies verhindern, doch verschiedene Faktoren können dazu führen, dass diese Schutzbarrieren versagen.

Ursachen einer Pankreatitis beim Hund

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen können, darunter:

  • Übergewicht: Starkes Übergewicht kann das Risiko für eine Pankreatitis erhöhen.
  • Bestimmte Medikamente: Einige Arzneimittel können die Bauchspeicheldrüse belasten.
  • Vorerkrankungen: Krankheiten wie Diabetes oder Morbus Cushing können das Risiko steigern.
  • Durchblutungsstörungen: Ein Schockzustand oder eine längere Narkose kann die Durchblutung der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen.
  • Verletzungen: Traumatische Ereignisse wie Unfälle können eine Entzündung begünstigen.

Bestimmte Hunderassen haben zudem eine genetische Veranlagung zur Pankreatitis, darunter Boxer, Cavalier King Charles Spaniel, Cocker Spaniel, Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier und Collies. Dennoch kann die Erkrankung Hunde jeder Rasse und jeden Alters betreffen.

Symptome: Wie äußert sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Die Symptome einer Pankreatitis sind oft unspezifisch und ähneln anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Lethargie: Der Hund wirkt abgeschlagen und zeigt weniger Aktivität.
  • Appetitlosigkeit: Futter wird verweigert oder nur widerwillig gefressen.
  • Bauchschmerzen: Hunde nehmen eine gekrümmte Haltung ein oder reagieren empfindlich auf Berührungen am Bauch.
  • Erbrechen und Durchfall: Häufig kommt es zu Verdauungsproblemen.
  • Erhöhte Körpertemperatur: In einigen Fällen kann Fieber auftreten.

Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sorgfältige Diagnose durch eine tierärztliche Untersuchung notwendig.

Diagnose: Wie wird eine Pankreatitis erkannt?

Die Diagnose einer Bauchspeicheldrüsenentzündung erfordert mehrere Untersuchungen:

  • Blutuntersuchung: Erhöhte Werte der caninen pankreatischen Lipase deuten auf eine Entzündung hin.
  • Ultraschall: Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Tierarzt Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse erkennen.
  • Röntgen: Eine Röntgenaufnahme hilft, andere Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Ist eine Pankreatitis heilbar?

Ob eine Bauchspeicheldrüsenentzündung heilbar ist, hängt von der Form der Erkrankung ab:

  • Akute Pankreatitis: Bei einem milden Verlauf stehen die Heilungschancen gut.
  • Chronische Pankreatitis: Eine lebenslange Therapie ist oft notwendig, um Rückfälle zu vermeiden.
  • Schwere akute Pankreatitis: In einigen Fällen kann es zu einem Organversagen kommen, was lebensbedrohlich sein kann.

Behandlung: Was tun bei Pankreatitis?

1. Stationäre Behandlung und Überwachung

Schwere Fälle von Pankreatitis erfordern eine stationäre Aufnahme in der Tierarztpraxis. Hunde mit starken Symptomen gehören zu den Intensivpatienten und müssen engmaschig überwacht werden.

2. Infusionen, Schmerzmittel und Medikamente

Da Hunde mit Pankreatitis oft dehydrieren, erhalten sie über Infusionen Flüssigkeit und Elektrolyte. Schmerzmittel sind essenziell, da die Entzündung mit starken Schmerzen einhergeht.

3. Ernährungsumstellung: Fettarmes Futter

Sobald der Hund keine Anzeichen von Erbrechen mehr zeigt, kann er vorsichtig mit Wasser und leicht verdaulichem Futter versorgt werden. Empfohlen wird:

  • Fettarmes Diätfutter speziell für Hunde mit Pankreatitis.
  • Kleine Portionen, um den Verdauungstrakt nicht zu überlasten.
  • Dauerhafte Futterumstellung, um Rückfälle zu vermeiden.

Dein Tierarzt kann dir das passende Futter empfehlen, das auf die Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt ist.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

Die Dauer des Klinikaufenthalts hängt vom Verlauf der Erkrankung ab:

  • Milder Verlauf: Verbesserung oft nach wenigen Tagen.
  • Schwerer Verlauf: Längere stationäre Betreuung und intensive Überwachung erforderlich.

Vorbeugung: Wie kannst du das Risiko einer Pankreatitis senken?

Obwohl sich nicht jede Pankreatitis verhindern lässt, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko senken können:

  • Ausgewogene Ernährung: Wähle ein leicht verdauliches, fettarmes Hundefutter.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht vermeiden, da es die Bauchspeicheldrüse belastet.
  • Vorsicht bei Medikamenten: Nur nach tierärztlicher Rücksprache verabreichen.
  • Stress reduzieren: Ein stabiles Umfeld trägt zur allgemeinen Gesundheit bei.

Fazit: Pankreatitis beim Hund frühzeitig erkennen und behandeln

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine ernste Erkrankung, die schnelles Handeln erfordert. Bei ersten Symptomen sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Mit der richtigen Ernährung, regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen und einer guten Vorsorge kannst du dazu beitragen, das Risiko einer Pankreatitis zu minimieren und deinem Hund ein gesundes Leben zu ermöglichen.

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