Rohes Fleisch macht aggressiv? – Die Wahrheit über Hundeernährung - Howly Bowly

Rohes Fleisch macht aggressiv? – Die Wahrheit über Hundeernährung

17. März 2025

Bestimmt hast Du es schon einmal gehört: „Rohes Fleisch macht Hunde aggressiv!“ Doch stimmt das wirklich – oder ist es nur ein weiterer Mythos in der Welt der Hundeernährung? Die Fütterung von Hunden ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wird. Dabei kursieren zahlreiche Gerüchte und Halbwahrheiten, die viele Hundebesitzer verunsichern.

Vielleicht hast Du Dich auch schon gefragt, ob Knochen wirklich schädlich sind oder welche Lebensmittel Deinem Hund ernsthaft schaden können. Oft gibt es widersprüchliche Informationen darüber, was Hunde fressen dürfen und was nicht. Besonders das sogenannte „BARFEN“ (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) steht immer wieder in der Kritik. Doch was ist wirklich dran an all diesen Behauptungen?

In diesem Beitrag räumen wir mit den häufigsten Irrtümern rund um die Hundeernährung auf. Du erfährst, ob Knochen wirklich gefährlich sind, welche Futterbestandteile Deinem Hund schaden können und welche Mythen längst widerlegt wurden. Lass uns gemeinsam herausfinden, was wirklich gesund für Deinen Vierbeiner ist – und ob rohes Fleisch nun tatsächlich aggressiv macht oder nicht!

Hunde dürfen keine Knochen?

Bestimmt hast Du schon einmal gehört, dass Hunde keine Knochen fressen dürfen, weil sie daran ersticken oder sich verletzen könnten. Doch stimmt das wirklich? Tatsächlich ist diese Aussage nur teilweise richtig, denn es kommt darauf an, welche Knochen gefüttert werden und in welcher Form.

Gekochte Knochen sind gefährlich

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Hunde überhaupt keine Knochen fressen sollten. Das Problem liegt jedoch nicht in den Knochen selbst, sondern in ihrer Zubereitungsart. Gekochte, gebratene oder gegrillte Knochen werden durch das Erhitzen spröde und können splittern. Die scharfen Knochensplitter können Verletzungen in der Speiseröhre, im Magen oder Darm verursachen und sogar zu gefährlichen Verstopfungen führen.

Rohe Knochen als natürliche Zahnpflege

Anders sieht es bei rohen Knochen aus. Diese sind für die meisten Hunde unbedenklich und sogar gesund. Rohe Knochen enthalten wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphor, die wichtig für starke Knochen und Zähne sind. Zudem tragen sie zur natürlichen Zahnreinigung bei, denn das Kauen hilft, Zahnbelag zu entfernen.

Welche Knochen sind für Hunde geeignet?

Beim Füttern von rohen Knochen solltest Du einige Dinge beachten:

  • Knochen mit Fleischresten: Sie sind leichter verdaulich als blanke Knochen.
  • Große, feste Knochen: Diese sind besser geeignet, da sie schwerer zu zerkauen sind und nicht so leicht splittern (z. B. Rinderknochen).
  • Weiche Knochen: Hühnerhälse oder Kalbsbrustbein sind für viele Hunde eine gute Wahl.
  • Keine Röhrenknochen von Geflügel: Diese können leicht splittern und gefährlich werden.

Wenn Dein Hund Knochen nicht gewöhnt ist, solltest Du ihn langsam daran heranführen und beobachten, wie er darauf reagiert. Manche Hunde neigen dazu, Knochen zu hastig zu verschlingen, was zu Verdauungsproblemen führen kann.

Was ist wirklich schädlich?

Als Hundebesitzer möchtest Du natürlich nur das Beste für Deinen Vierbeiner. Dennoch gibt es einige Lebensmittel und Inhaltsstoffe, die für Hunde gefährlich oder sogar lebensbedrohlich sein können. Leider sind nicht alle schädlichen Stoffe auf den ersten Blick erkennbar. Deshalb solltest Du wissen, was wirklich tabu ist und Deinem Hund ernsthaft schaden kann.

Giftige Lebensmittel für Hunde

Einige Nahrungsmittel, die für den Menschen völlig unbedenklich sind, können für Hunde gefährlich sein. Hier sind einige der bekanntesten Beispiele:

  • Schokolade und Kakao: Enthalten Theobromin, das für Hunde giftig ist und zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Schädigen die roten Blutkörperchen und können zu Blutarmut führen.
  • Avocado: Enthält Persin, welches für Hunde toxisch sein kann.
  • Trauben und Rosinen: Können zu Nierenversagen führen – selbst kleine Mengen können gefährlich sein.
  • Xylit (Birkenzucker): Dieser Süßstoff kann einen lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels verursachen.

Schädliche Inhaltsstoffe in Fertigfutter

Auch manche Bestandteile im kommerziellen Hundefutter können problematisch sein. Achte insbesondere auf folgende Inhaltsstoffe:

  • Getreide in großen Mengen: Viele Trockenfuttersorten enthalten Weizen oder Mais als Füllstoffe. Zu viel Getreide kann Allergien begünstigen und zu Verdauungsproblemen führen.
  • Tierische Nebenerzeugnisse: Oft sind damit minderwertige Schlachtabfälle gemeint, deren Nährwert fraglich ist.
  • Künstliche Konservierungsstoffe und Farbstoffe: Diese können Allergien auslösen und sind oft überflüssig.

Was tun, wenn der Hund etwas Giftiges gefressen hat?

Falls Dein Hund versehentlich etwas Gefährliches gefressen hat, solltest Du sofort einen Tierarzt kontaktieren. Anzeichen einer Vergiftung können Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe oder starke Unruhe sein. Schnelles Handeln kann lebensrettend sein.

Die größten Irrtümer über Hundefutter aufgeklärt

Rund um das Thema Hundefutter gibt es unzählige Mythen und Halbwahrheiten, die oft für Verwirrung sorgen. Viele Hundebesitzer sind unsicher, welches Futter wirklich gesund ist und was sie lieber vermeiden sollten. In diesem Abschnitt klären wir die häufigsten Irrtümer auf und bringen Licht ins Dunkel.

Irreführung Nr. 1: „Trockenfutter reinigt die Zähne“

Viele glauben, dass Trockenfutter zur Zahnpflege beiträgt, weil es angeblich Zahnbelag entfernt. Doch das ist ein Irrtum! Die meisten Hunde schlucken die Kroketten unzerkaut hinunter, sodass kein mechanischer Abrieb stattfindet. Zudem hinterlässt Trockenfutter oft einen klebrigen Belag auf den Zähnen, der eher Karies und Zahnstein begünstigt. Bessere Alternativen zur Zahnreinigung sind Kauen auf rohen Knochen oder speziellen Zahnpflege-Kauartikeln.

Irreführung Nr. 2: „Hunde dürfen kein rohes Fleisch fressen“

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass rohes Fleisch Hunde aggressiv macht oder schädlich für sie ist. Tatsächlich stammt der Hund vom Wolf ab und ist an den Verzehr von rohem Fleisch bestens angepasst. Solange es sich um frisches, hochwertiges Fleisch handelt, ist rohes Futter für viele Hunde eine ausgezeichnete Wahl. Das sogenannte BARFEN (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) kann dem Hund wichtige Nährstoffe liefern und Verdauungsprobleme reduzieren.

Irreführung Nr. 3: „Getreidefreies Futter ist immer besser“

Während einige Hunde tatsächlich auf Getreide allergisch reagieren, vertragen viele Hunde es problemlos. Getreide wie Reis oder Hafer kann in kleinen Mengen sogar eine wertvolle Energiequelle sein. Allerdings sollte Getreide niemals den Hauptbestandteil des Futters ausmachen. Wichtiger ist es, auf die Qualität der Zutaten zu achten – ein hoher Fleischanteil sollte immer an erster Stelle stehen.

Irreführung Nr. 4: „Supermarkt-Hundefutter ist genauso gut wie teures Futter“

Viele günstige Hundefuttermarken werben mit gesunden Zutaten, enthalten jedoch oft minderwertige tierische Nebenerzeugnisse, unnötige Füllstoffe und künstliche Zusatzstoffe. Hochwertiges Hundefutter zeichnet sich durch einen hohen Fleischanteil, natürliche Zutaten und den Verzicht auf chemische Konservierungsstoffe aus. Qualität hat ihren Preis – doch langfristig kann gutes Futter gesundheitliche Probleme und Tierarztkosten reduzieren.

Fazit: Rohes Fleisch macht nicht aggressiv – aber Wissen schützt Deinen Hund

Es gibt viele Mythen rund um die Ernährung von Hunden, doch nicht alles, was oft behauptet wird, entspricht der Wahrheit. Ein besonders hartnäckiges Gerücht ist, dass rohes Fleisch Hunde aggressiv macht – doch dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise. Vielmehr ist eine artgerechte, ausgewogene Ernährung entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden Deines Vierbeiners.

Auch das Thema Knochen sorgt immer wieder für Verunsicherung. Während gekochte Knochen tatsächlich gefährlich sein können, sind rohe Knochen für viele Hunde gesund und tragen zur Zahnpflege bei. Wichtig ist, die passenden Knochen auszuwählen und auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes zu achten.

Darüber hinaus gibt es einige Lebensmittel und Inhaltsstoffe, die wirklich schädlich sein können – von Schokolade über Zwiebeln bis hin zu künstlichen Zusatzstoffen in minderwertigem Futter. Wer weiß, welche Dinge für Hunde giftig sind, kann ernste gesundheitliche Probleme vermeiden.

Nicht zuletzt sind viele Irrtümer über Hundefutter nach wie vor weit verbreitet. Trockenfutter reinigt nicht automatisch die Zähne, getreidefreies Futter ist nicht immer besser und hochwertiges Futter hat tatsächlich einen Einfluss auf die Gesundheit des Hundes. Eine bewusste Auswahl des Hundefutters, basierend auf fundiertem Wissen, hilft, Fehler zu vermeiden und Deinen Hund optimal zu versorgen.

Zusammengefasst: Wissen ist der Schlüssel zu einer gesunden Hundeernährung. Lass Dich nicht von Mythen verunsichern, sondern informiere Dich über die tatsächlichen Bedürfnisse Deines Hundes. Mit der richtigen Ernährung legst Du den Grundstein für ein langes, gesundes und glückliches Hundeleben!

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