- Die Futterumstellung beim Hund erfolgt idealerweise in 25%-Schritten über mindestens 10–14 Tage, mit täglicher Beobachtung von Stuhl, Haut, Ohren, Magen und Verhalten.
- Warnsignale wie Durchfall länger als 48 Stunden, wiederholtes Erbrechen, Lethargie, starker oder plötzlich auftretender Juckreiz erfordern einen sofortigen Tierarztbesuch statt „Wegfüttern“.
- Die optimale Portionsgröße wird über den Energiebedarf berechnet (RER-Formel und Aktivitätsfaktoren), statt sich nur auf allgemeine Packungsempfehlungen zu verlassen, wobei Snacks unbedingt mit einzuplanen sind.
- Ein Futterkonfigurator, der Alter, Gewicht, Körperkondition, Aktivität und Snacks berücksichtigt, hilft Über- oder Unterfütterung zu vermeiden und die Ration dynamisch anzupassen.
- Schockgefrostete Mahlzeiten sollten luftdicht bei -18 °C gelagert, im Kühlschrank schonend aufgetaut und nach dem Auftauen innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden, wobei verdächtige Gerüche oder Konsistenzen ein Wegwerf-Signal sind.
Dein Hund kratzt sich plötzlich öfter, der Output ist weich wie Pudding oder das Bäuchlein rumort nach dem Fressen? Bei einer Futtermittelunverträglichkeit kann genau das passieren – und dann steht schnell eine Futterumstellung an. Und ja: Das kann sich erstmal nach „Hoffentlich mache ich nichts falsch“ anfühlen.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Tempo, einem wachen Blick für Symptome und einer Portionsgröße, die wirklich zu deinem Hund passt, kriegst du das strukturiert hin. In diesem Guide bekommst du einen alltagstauglichen Plan – inklusive Mini-Workflow zum Beobachten, einer einfachen Rechenhilfe („Portionsgröße berechnen für meinen Hund„) und einem Abschluss-Guide, wie du schockgefrostete Mahlzeiten richtig lagern kannst, damit alles lecker und nährstoffreich bleibt.
Bevor du startest: Kurz Klarheit schaffen (damit die Futterumstellung Sinn ergibt)
Gerade bei einer Futterumstellung bei Futtermittelunverträglichkeit Hund lohnt sich ein kurzer Check-in. Das verhindert, dass du im Nebel herumprobierst.
Notiere dir für 3 Tage (kurz und knackig):
- Stuhl: fest/geformt oder weich/wässrig? Häufigkeit?
- Haut & Ohren: Juckreiz, Rötung, Ohren schütteln?
- Magen: Blähungen, Erbrechen, schmatzen?
- Verhalten: Energielevel, Appetit, Unruhe?
Mini-Workflow (2 Minuten/Tag):
Nach dem Spaziergang kurz „Output-Check“, abends ein Blick auf Haut/Ohren – fertig. Diese kleinen Daten sind Gold wert, wenn du später entscheidest: weitermachen, Tempo rausnehmen oder abklären lassen.
Wann du die Futterumstellung stoppst und zum Tierarzt gehst (bitte nicht „wegfüttern“)
So sehr wir alle am liebsten alles sanft über den Napf lösen würden: Manche Signale gehören sofort in tierärztliche Hände.
Bitte lass direkt abklären, wenn:
- Durchfall länger als 48 Stunden anhält
- Erbrechen dazukommt oder wiederholt auftritt
- dein Hund schlapp/lethargisch wirkt
- starkes oder plötzliches Jucken auftritt (oder deutlich schlimmer wird)
- die Unverträglichkeit neu und plötzlich auftritt
Der Tierarzt kann ernstere Ursachen ausschließen und (wenn nötig) eine Allergie/Unverträglichkeit gezielt diagnostisch begleiten. Das spart dir am Ende oft Zeit, Stress – und deinem Hund Bauchweh.
Schritt-für-Schritt-Futterumstellung: Tempo, Mix und Beobachtung (Tag 1 bis 14)
Bei empfindlichem Hundebauch gilt: Langsam ist schnell. Eine zu flotte Umstellung ist einer der häufigsten Gründe für Durchfall & Co.
Phase 1: Vorbereitung (Tag 1–3)
Mischung: 75 % altes Futter + 25 % neues Futter
Dein Fokus:
- Stuhl sollte idealerweise geformt bleiben.
- Haut/Ohren beobachten (Juckreiz, Rötung).
- Verhalten: frisst er normal? wirkt er fit?
Extra-Tipp: Wiege deinen Hund 1× pro Woche. Gerade bei Ausschluss-Futter oder neuer Rezeptur ist das ein super Realitätscheck.
Phase 2: Langsame Steigerung (Tag 4–10)
Jetzt gehst du in maximal 25%-Schritten weiter – und gibst jedem Schritt 3 Tage Zeit.
Beispiel:
- Tag 4–6: 50 % alt / 50 % neu
- Tag 7–9: 25 % alt / 75 % neu
- Tag 10: optional Stabilisierungstag (wenn dein Hund sensibel reagiert)
Wenn A, dann B (ganz praktisch):
- Wenn der Stuhl 1 Tag weich ist, aber sonst alles okay: noch 1–2 Tage im gleichen Mix bleiben.
- Wenn der Stuhl >2 Tage weich ist oder andere Symptome dazukommen: zurück zur vorherigen Stufe und dort 2–3 Tage pausieren.
Wichtig: Bei Unverträglichkeit ist das kein „Scheitern“, sondern gutes Management.
Phase 3: Vollumstellung (ab Tag 11)
Mischung: 100 % neues Futter
Jetzt bitte nicht innerlich abhaken – sondern noch 1–2 Wochen weiter beobachten. Manche Reaktionen (vor allem Haut) zeigen sich zeitverzögert.
Portionsgröße berechnen für meinen Hund: so gehst du vor (ohne Mathe-Stress)
Die beste Rezeptur bringt wenig, wenn die Menge nicht passt. Und Packungsangaben sind oft… sagen wir: optimistisch allgemein.
Schritt 1: RER berechnen (Grundenergiebedarf)
Formel:
RER (kcal/Tag) = (Gewicht in kg × 30) + 70
Beispiel: 20 kg
RER = (20 × 30) + 70 = 670 kcal/Tag
Schritt 2: Mit Faktor anpassen (Lebensphase & Aktivität)
Multipliziere den RER je nach Hundetyp:
- Erwachsener, normal aktiv: 1,6–2 × RER
- Senior / Abnehmen: 1 × RER
- Welpe (<4 Monate): 3 × RER
- Sehr aktiv: 3–4 × RER
Beispiel 20 kg, normal aktiv (Faktor 1,8):
670 × 1,8 ≈ 1.200 kcal/Tag
Schritt 3: In Mahlzeiten runterbrechen
Teile die Tagesmenge auf 2–3 Mahlzeiten auf. Das ist oft magenfreundlicher, gerade in der Umstellungsphase.
Schnell-Orientierung (wenn du mit Prozenten arbeitest)
- Nassfutter: ca. 2–4 % des Körpergewichts pro Tag
- Trockenfutter: ca. 1–1,5 % pro Tag
Aber: Das sind grobe Leitplanken – der Kaloriengehalt kann stark variieren.
Warum ein Futterkonfigurator nach Energiebedarf des Hundes oft genauer ist
Hier kommt der Punkt, an dem viele liebevolle Hundehalter:innen ungewollt danebenliegen: Der Energiebedarf ist individuell. Alter, Aktivität, Körperkondition, Snacks – das macht im Alltag riesige Unterschiede.
Ein individuell berechnetes Hundefutter im Konfigurator wird genauer, weil nicht nur „Gewicht = Menge“ gerechnet wird, sondern mehrere Faktoren einfließen. Ein guter Futterkonfigurator nach Energiebedarf des Hundes fragt z. B. ab:
- Alter & Lebensphase
- aktuelles Gewicht
- Körperkondition (eher zu dünn, ideal, eher zu rund)
- Aktivitätslevel
- Snacks/Extras
Das Ergebnis: eine Portion, die Über- oder Unterfütterung eher vermeidet und sich mit Updates (z. B. neues Gewicht) anpassen lässt – statt statisch nach Packung zu laufen.
Praxis-Tipp: Stell dir eine feste Routine ein:
Wiegen alle 7 Tage + Foto von der Seitenlinie (immer gleiche Perspektive). So merkst du früh, ob du 5–10 % hoch oder runter musst.
Häufige Fehler (und wie du sie easy vermeidest)
1) Zu schnelle Futterumstellung
Fehler: „Er frisst’s doch gut, also direkt komplett umstellen.“
Besser: 25%-Schritte alle 3 Tage. Bauch braucht Zeit.
2) Snacks werden nicht mitgerechnet
Fehler: Futtermenge perfekt berechnet – aber täglich Käsewürfel, Kauartikel, Trainingssnacks extra.
Besser: 1 Snack-Regel: Alles, was extra reinkommt, ist Energie. Plane Snacks ein oder reduziere die Hauptportion um ca. 10 %, wenn gerade viel Training läuft.
3) Packungsempfehlung blind übernehmen
Fehler: „Da steht’s doch drauf.“
Besser: Packung = Durchschnitt. Dein Hund = Individuum. Nutze Rechnung oder Konfigurator und justiere über Gewicht & Kondition.
4) Gewicht & Verlauf nicht tracken
Fehler: Erst merken, dass der Hund zunimmt, wenn’s am Geschirr kneift.
Besser: Wöchentlich wiegen. Kleine Anpassung (5–10 %) statt große Korrektur.
5) Nass- und Trockenfutter falsch „gleichsetzen“
Fehler: Gleiche Grammzahl, komplett andere Kalorien.
Besser: Bei Mischfütterung immer über kcal (oder klare Herstellerangaben) denken – nicht nur über Volumen.
Mini-Guide: Schockgefrostete Mahlzeiten richtig lagern (damit’s bleibt wie frisch)
Schockfrosten ist super, weil durch schnelles Einfrieren Konsistenz und Nährstoffe besser erhalten bleiben. Damit das auch bei dir zuhause klappt, kommt hier die kurze Küchen-Checkliste zum Thema schockgefrostete Mahlzeiten richtig lagern:
Lagerung im Tiefkühler
- Bei -18 °C oder kälter lagern
- Haltbarkeit: bis zu 6 Monate
- Luftdicht verpackt lassen
- Nicht unnötig oft auftauen/ankühlen lassen (Temperaturschwankungen vermeiden)
Auftauen (bitte sanft)
- Im Kühlschrank auftauen (ca. 8–12 Stunden)
- Nicht bei Zimmertemperatur stehen lassen
- Nicht in die Mikrowelle (ungleichmäßige Erwärmung, Nährstoffverlust)
Portionieren für den Alltag
- Teile so, dass du 1–2 Tage pro Portion abdeckst.
- Nach dem Auftauen: max. 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.
Qualitätscheck (kurz vor dem Napf)
- Riecht’s komisch oder ist die Konsistenz auffällig „matschig“? Lieber entsorgen.
Merksatz: Wenn du zögerst, zögert der Bauch deines Hundes später nicht.
Fazit: Dein Plan für eine sichere Futterumstellung (und dein nächster Schritt)
Eine gute Futterumstellung ist wie ein entspannter Spaziergang: nicht hetzen, lieber aufmerksam bleiben.
Das Wichtigste in kurz:
- Umstellen in 25%-Schritten alle 3 Tage
- Symptome täglich kurz checken, Gewicht wöchentlich
- Bei Durchfall >48 Std., Erbrechen, Lethargie, starkem Juckreiz: ab zum Tierarzt
- Portionsgröße über Energiebedarf berechnen und bei Snacks mitdenken
- Schockgefrostetes Futter: -18 °C lagern, im Kühlschrank auftauen, nach Auftauen 24 Std.
Wenn du jetzt loslegen willst, mach heute nur diesen ersten Mini-Schritt:
Schreib dir für die nächsten 3 Tage eine kurze Beobachtungsliste (Stuhl, Haut, Verhalten) und starte dann mit 75/25. So hast du Sicherheit – und dein Hund die beste Chance, entspannt anzukommen.
Häufige Fragen zum Thema
Wie stelle ich das Futter meines Hundes schonend um?
Starte mit 75 % altem und 25 % neuem Futter für 3 Tage, danach erhöhst du den Anteil des neuen Futters in 25 %-Schritten alle 3 Tage. Typische Reihenfolge: Tag 1–3: 75/25, Tag 4–6: 50/50, Tag 7–9: 25/75, ab Tag 11: 100 % neues Futter. Bleib bei Beschwerden länger in einer Stufe oder geh einen Schritt zurück.
Wann sollte ich die Futterumstellung abbrechen und zum Tierarzt gehen?
Brich die Umstellung ab und lass deinen Hund tierärztlich abklären, wenn Durchfall länger als 48 Stunden anhält, Erbrechen auftritt oder er sich wiederholt erbricht. Gleiches gilt bei Schlappheit/Lethargie, starkem oder plötzlich verstärktem Juckreiz oder wenn die Unverträglichkeit ganz neu und plötzlich auftritt.
Wie kann ich meinen Hund während der Futterumstellung sinnvoll beobachten?
Notiere dir für 3 Tage (und gern länger) kurz Stuhlbeschaffenheit und Häufigkeit, Haut- und Ohrzustand, Magenreaktionen (Blähungen, Erbrechen, Schmatzen) sowie Verhalten und Appetit. Plane täglich einen kurzen Output-Check nach dem Spaziergang und abends einen Blick auf Haut und Ohren. Wiege deinen Hund etwa einmal pro Woche.
Was mache ich, wenn der Stuhl während der Umstellung weich wird?
Ist der Stuhl nur einen Tag weich und dein Hund wirkt sonst unauffällig, bleib 1–2 Tage länger in der aktuellen Mischungsstufe. Bleibt der Stuhl länger als 2 Tage weich oder kommen andere Symptome dazu, geh zur vorherigen Stufe zurück und pausiere dort 2–3 Tage. Tritt keine Besserung ein oder verschlechtert sich der Zustand, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Wie berechne ich die passende Portionsgröße für meinen Hund?
Berechne zuerst den Grundenergiebedarf (RER) mit: Gewicht in kg × 30 + 70. Diesen Wert multiplizierst du je nach Hundetyp (z. B. erwachsener, normal aktiver Hund: ca. 1,6–2 × RER). Teile die Tagesmenge auf 2–3 Mahlzeiten auf und denke Snacks mit ein, indem du bei viel Training die Hauptportion etwa um 10 % reduzierst.
Warum ist ein Futterkonfigurator nach Energiebedarf oft genauer als die Packungsempfehlung?
Packungsempfehlungen orientieren sich an Durchschnittswerten, ein Konfigurator bezieht zusätzliche Faktoren wie Alter, Körperkondition, Aktivität und Snackmenge ein. So wird das Risiko von Über- oder Unterfütterung reduziert. Du kannst die Menge bei Gewichtsveränderungen leichter anpassen.
Wie lagere und taue ich schockgefrostete Mahlzeiten richtig?
Lagere schockgefrostete Mahlzeiten luftdicht verpackt bei -18 °C oder kälter, bis zu etwa 6 Monate, und vermeide Temperaturschwankungen. Taue sie im Kühlschrank über 8–12 Stunden auf, nicht bei Raumtemperatur und nicht in der Mikrowelle. Nach dem Auftauen maximal 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren und bei auffälligem Geruch oder Konsistenz lieber entsorgen.




